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DER WAGEN MIT DER RIESENTRAUBE

Eine 300 Kilogramm schwere, riesige Traube als Huldigung an diese typische Südtiroler Frucht, von der sich auch der Name des Traubenfestes herleitet: Der Festwagen mit der Riesentraube, auch „Kundschafter“ genannt, ist sicherlich einer der auffälligsten und wichtigsten Wägen des ganzen Umzugs und stellt daher stets dessen krönenden Abschluss dar. Der Wagen wurde zum ersten Mal 1951 für das Landesmusikfest in dieser Form geschmückt. Er soll einerseits den Dank für eine gute Ernte symbolisieren, andererseits ist er auch eine Art Wer-beinitiative für das Weindorf Algund, in dem die Weinkultur eine bedeutende Rolle spielt. Die Idee dazu hatte Josef Gamper, ein Obst- und Gemüsehändler aus Algund und Großvater von Matthias Gamper, Mitglied des derzeitigen Vorstandes der Bauernjugend Algund, deren Aufgabe heute das Schmücken des Festwagens ist. Bei seinem ersten Auftritt hatte der Wagen derartigen Erfolg, dass die damalige Organisationsleitung des Festes Josef Gamper eine Dankesurkunde überreichte.
Im Laufe der Jahre wurde die Leitung des Festwagens der Familie Kiem vom Sticklerhof übertragen, seit 1983 zeichnet die Bauernjugend Algund dafür verantwortlich.

In der Geschichte des Festwagens besonders herauszuheben ist sicher die Teilnahme an der Eröf-fnung des Münchner Oktoberfestes im Herbst 2005; er wurde damals von der Musikkapelle Algund begleitet und war Teil eines Riesenumzugs von sieben Kilometern Länge, der von Millionen von Zuschauern begeistert begrüßt wurde.

Um die Weiterführung der Wagentradition muss man sich keine Sorgen machen: Martin Schmider, der Präsident der Bauernjugend Algund, und der oben genannte Matthias Gamper freuen sich über ein reges Interesse der Jugend, die sich in zahlreichen Neuanmeldungen bei der Bauernjugend niederschlägt. Zudem beobachten sie zunehmend, dass sich auch die Jungen immer mehr auf die alten Traditionen besinnen und unter anderem wieder öfter und mit großem Stolz Tracht tragen.

Das Schmücken des Wagens.
Der Festwagen wird ausschließlich für den Umzug verwendet und bleibt daher unterm Jahr im „Fraukeller" von Bernhard Ladurner, dessen Haflingerpferde beim Weinfest dann auch den Wagen ziehen. Am Freitag vor dem Umzug treffen sich alle Mitwirkenden, um die Details abzuklären. Zwischen sechs und acht Personen – Frauen und Männer – sind beim Schmücken des Wagens etwa drei bis vier Stunden beschäftigt. Zunächst verwendete man hierfür Vernatschtrauben, aber später entdeckte man, dass Tafeltrauben wegen der Größe und Festigkeit ihrer Trauben für den Zweck besser geeignet sind. Es braucht viel Geduld, um die Trauben mit Bindfaden an der Eisenstruktur auf dem Wagen zu befestigen.

Am Sonntag Morgen, dem Tag des Umzugs, wird noch letzte Hand angelegt. Auf dem Wagen werden ein dekoratives Tuch und frisches Gras drapiert, darauf kommen die Träger der Riesentraube, Rebenzweige dienen als Dekoration. Der gesamte Wagen wiegt etwa eine halbe Tonne, er ist 4,50 Meter hoch und 1,60 Meter breit. Die Riesentraube ist eineinhalb Meter hoch und circa einen Meter breit.