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DER WAGEN MIT DER APFELKRONE

Der allegorische Wagen mit der Apfelkrone ist der älteste von allen: Er hat letztes Jahr seinen sechzigsten Geburtstag gefeiert, wurde er doch 1949 zum ersten Mal aufgebaut. Sein Debüt hatte er beim „Meraner Herbst“, dem damaligen Traubenfest, dank des Konsortiums der Marlinger Obstbauern COFRUM (Consorzio Frutticoltori di Marlengo), damals geleitet von Obmann Matthias Gamper und Direktor Heinrich Zorzi. Bis in die 60er Jahre war der Wagenschmuck alljährlich Werk von COFRUM, dann ging die Leitung des Festwagens auf die Kurverwaltung Meran über. Seit 1984 bis heute betreut Luis Arquin auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin den Wagen. Arquin ist Präsident des Tourismusvereines und Landwirt und mit Recht sehr stolz auf diesen Festwagen, dessen Betreuung er aus purer Leidenschaft übernommen hat.

Der Bau des Festwagens. Am Donnerstag vor dem Festumzug wird nachmittags Buchsbaum geschnitten, das dichte Gebüsch, das als grüne Oberfläche des Wagens dient. Darauf werden dann die Äpfel platziert. Der grüne Teppich wird von sechs Frauen angebracht, die dafür mit einem Abendessen entlohnt werden. Mit Hilfe von zwei Mitarbeitern besorgt Luis Arquin Zweige von Efeu und schwarzen Beeren, aus denen Girlanden gewunden werden. Am Freitag werden schließlich die Äpfel befestigt; dazu benötigt man mehr als 500 Kilogramm, die von der COFRUM zur Verfügung gestellt werden. Für das Kunstwerk werden zudem 14 Kilogramm Nägel verwendet. Der nächste Schritt folgt am Samstag, wenn Walter Kuprian von der Gärtnerei Wielander auf den Plan tritt. Er ist für die Dekoration des Wagens mit 700 Nelken verantwortlich, gespendet von der Kurverwaltung Meran. Am Wagenaufbau arbeiten mindestens drei Personen drei Tage lang mit. Bemerkenswert sind die Dimensionen des Festwagens: Er ist über fünf Meter lang und 2,20 Meter breit und wiegt 2,3 Tonnen.

Der Umzug. Auf dem Wagen befinden sich Körbe voll von Äpfeln der Sorte Jonagold, die an die Zuschauer verteilt werden. Gezogen wird das Gefährt von vier Haflingerpferden, auf dem Wagen selbst sitzen Kinder, zwei davon tragen das Schild mit der Wagennummer. Sechs Paare begleiten links und rechts den Wagen; sie tragen Körbe mit typischen Herbstprodukten, von Äpfeln über Kastanien bis zu Trauben. Die Mädchen tragen dabei eine weiße bayrische Tracht oder die Meraner Tracht samt passender traditioneller Frisur. Nach dem Traubenfest bleibt der Festwagen mindes-tens zwei Wochen auf dem Hauptplatz von Marling stehen und kann dort bewundert werden.
Die Marlinger Krone im Jahre 1949