DER FESTWAGEN MIT DEM MERANER STADTWAPPEN |
|
Dem Stadtwappen von Meran ist seit dem Jahre 1954 ein eigener Wagen gewidmet. In diesem Jahr hatte er beim zweiten Landesmusikfest seinen ersten Auftritt; geplant wurde sein Aufbau von Architekt Willi Gutweniger in Zusammenarbeit mit der Stadtgärtnerei Meran. Damals war das Wappen als Wagenschmuck beim Fest eine Neuheit, wurden doch bisher die Städte durch eine Fahne symbolisiert, geschwungen von einem Fahnenträger. Die derzeitige Version des Wagens stammt aus dem Jahre 2006, sein Grundgerüst wurde vom städtischen Bauhof gemeinsam mit der Stadtgärtnerei realisiert. Der Aufbau des Wagens. Der Wagen wird gleichzeitig mit jenem der Stadtgärtnerei geschmückt. Etwa zwölf Angestellte benötigen dafür über 120 Arbeitsstunden, während für den Abbau zwei Personen genügen, die zwei bis drei Stunden damit beschäftigt sind. Die Arbeiten beginnen am Mittwoch vor dem Umzug; zunächst wird das Grünzeug für die Girlanden vorbereitet, Buchsbaum wird zugeschnitten und dann festgebunden. Am Tag danach sind die Schnittblumen und Nelken dran. Sie werden verarbeitet und in einem geschlossenen Raum vor Kälte geschützt und bewässert. Für den Wagenschmuck werden 1600 rote und 1300 weiße Nelken benötigt. Am Freitag Nachmittag werden die Seitenwände des Wagens mit Moos überzogen, das als grüne Dekoration dient; der Samstag ist dann dem Befestigen der Nelken gewidmet, aus denen das Stadtwappen entsteht: Ein roter Adler auf weißem Grund. Diese Arbeit erfordert eine Engelsgeduld, werden die Blumen doch einzeln in eine Basis aus Styropor gesteckt. Dabei werden sie mit Wasser besprüht, damit sie nicht beschädigt werden. Nun wird noch Stoff drapiert, die bereits fertigen Gir-landen und Seitenwände werden angebracht - ebenso mit Nelken geschmückt -, und der Wagen ist fast fertig. Das Tüpfelchen auf dem i folgt dann noch am Sonntag, wenn die Wagennummer am Kunstwerk befestigt wird, selbstverständlich auch diese aus Nelken und Buchsbaumzweigen gefertigt. Zwei Haflingerpferde ziehen den sieben bis acht Zentner schweren Wagen, der 3,50 mal 1,60 Meter misst. |
